Nach einem Massaker, dass nur ein kleiner Junge namens Jaet überlebte, entsagt der Elitesoldat Kajorn der Gewalt und wird zum Mönch. Nur durch ein magisches
Tattoo hat er seine zahlreichen blutigen Kämpfe überlebt. Jetzt zieht er den Jungen bei sich auf und vererbt ihm genau diese Magie weiter.
Jahre später ist Jaet ein erwachsener Mann. Geschützt von seinem Tattoo kämpft er mittlerweile als Polizist gegen das Verbrechen in Bangkoks Unterwelt. Doch eines
Tages taucht ein geheimnisvoller Mann in der Stadt auf, der scheinbar mit übernatürlichen Mitteln versucht, die Macht über die Gangstersyndikate zu erlangen. Als Jaet
sich ihm und seinen brutalen Schergen in den Weg stellt, muss er schnell merken, dass er hier den Kampf seines Lebens ausfechten wird, denn sein Gegner scheint
über eine ähnliche Macht zu verfügen wie er selbst.
Diese thailändische Big Budget Produktion will augenscheinlich auf der Erfolgswelle von Matrix mitschwimmen und versucht ein ums andere Mal, den Stil des
amerikanischen Erfolgsstreifens zu kopieren. Mit bescheidenem Erfolg, denn der Film erreicht nicht in einer einzigen Szene einen ähnlichen Unterhaltungswert und
entpuppt sich als stümperhaft gemachter Ramsch ohne wirkliche Höhepunkte.
Obwohl eigentlich genug finanzielle Mittel zur Verfügung standen, wurde gerade das Herzstück dieses Genrestreifens überaus lahmarschig in Szene gesetzt. Selbst
gegenüber anderen thailändischen Genreproduktionen ist Mahaaut in Sachen Action nicht mal halbwegs konkurrenzfähig. Die Martial Arts-Szenen sind unglaublich
stümperhaft choreographiert und den müde inszenierten Schießereien geht jedwede Dynamik ab. Aber nicht nur in den Actionszenen erweist sich die Inszenierung des
Debütanten Kraisorn Buranasing als äußerst dilettantisch. Warum Produzent Oxide Pang ausgerechnet diesem völlig unbegabten Mann die Regieverantwortung
übertragen hat, wird wohl auf ewig sein Geheimnis bleiben. Ein ähnliches Armutszeugnis muss man auch den für den Schnitt Verantwortlichen ausstellen. Mahaaut ist
dermaßen holprig montiert, dass er zeitweise wie eines dieser unzähligen Billigfilmchen aussieht, die in Thailand in den letzten Jahren en masse auf den Markt
geschmissen wurden. Bei einer Großproduktion, und das ist er für heimische Verhältnisse, kommt so etwas schon einer Unverschämtheit gleich. Das mit Abstand beste
an diesem Murks sind die Digitaleffekte. Natürlich lassen auch sie sich kaum als wirkliche Augenöffner bezeichnen, doch für thailändische Verhältnisse bewegen sich
durchaus auf einem ansehnlichen Niveau.
Es dürfte wohl keine Überraschung sein, dass sich auch über den Inhalt kaum Lobeshymnen ausschütten lassen. Die Geschichte ist natürlich wieder einmal furchtbar
weit hergeholt und nicht in einem Moment nachvollziehbar. Das stellt bei Mahaaut allerdings nicht das eigentliche Problem da. Solche Dinge kann man noch mit dem
großen thailändischen Aberglauben abtun und von einer Science Fiction- und Fantasymischung wie dieser, erwartet mit Sicherheit niemand eine komplexe Geschichte.
Das eigentliche Problem ist hier nicht die fehlende Glaubwürdigkeit, sondern die Tatsache, dass die Geschichte einfach nie in die Gänge kommt und Mahaaut
dramaturgisch als ausgemachte Katastrophe dastehen lässt. Erst nach unendlich langweiligen dreißig Minuten kommt es zu Ereignissen, die so etwas wie eine
halbwegs stringente Erzählung in Gang bringen. Aber auch dann bietet der Film nur eine müde und ausgelutschte Jagd auf einen Superverbrecher ohne jeden
Höhepunkt. Davor beschränkt sich der Film ausschließlich auf eine zähe Einführung des Hauptcharakters, die eine krude Begründung für seine außergewöhnlichen
Fähigkeiten liefert.
Ein wenig glückliches Händchen hatte Produzent Pang auch bei der Wahl der Darsteller, die sich auf Augenhöhe mit dem niedrigen Niveau des Films befinden und
durch die Bank katastrophale Vorstellungen abliefern. Insbesondere Mädchenschwarm Chatchai Ngamsan ist mit seinem Part des strahlenden Helden heillos
überfordert. Er glotzt durchweg wie ein begossener Pudel in die Kamera, so dass er in manchen Einstellungen wie ein Volltrottel wirkt. Die Rolle des toughen
Actionhelden nimmt man ihm dabei niemals wirklich ab.
Mahaaut ist ein unglaublich lausiger Film. Selbst der furchtbare und im gleichen Jahr erschienene Takien,
hinterlässt einen wesentlichen gefälligeren Eindruck. Wenn
zwei so missratene Filme von ihren Produzenten als groß angelegte Actionabenteuer ins Rennen geschickt werden, ist es eigentlich kein Wunder, warum es um das
thailändische Kino derzeit so schlecht bestellt ist.
(S.G.)
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